"Und Allah leitet, wen er will, auf einen geraden Weg" (Quran 2: 213)

"Wahrlich, dieser Quran leitet zum wirklich Richtigen".  (Quran 17:9)

 
 

Der Qadi (Richter)

 

Um eine Rechtsauskunft (Fatwa) geben zu dürfen, muss man ein Qadi oder Hakam sein. Qadi sind Richter oder auch Rechtsgelehrte. Auch Mufti sind Rechtsgelehrte.


Um sich als Qadi bezeichnen zu dürfen

- Muss man ein Mann sein

- Man muss glaubwürdig und untadelig sein

- Er muss frei sein, nicht versklavt

- Er muss die Scharianormen kennen

- Er muss mit der Abrogation umgehen können.

Im Quran und auch in der Sunna kann es vorkommen, dass ein Text den anderen aufhebt. Damit ist man sozusagen in einer Stechfrage. Der Qadi muss diese Urteile kennen und damit umgehen können.

* Wenn wir einen Vers tilgen oder in Vergessenheit geraten lassen, bringen wir dafür einen besseren oder einen, der ihm gleich ist (Quran 2:106)

- Er muss die Interpretation kennen der Mugtahidgelehrten, damit er ihrem Konsens (Idschma) folgen kann. Idschma bedeutet, sich einigen. Alle Mugtahid- Gelehrten müssen einer Meinung sein, sonst ist die Übereinkunft nicht gegeben. Der Idschma fand erst nach der Zeit des Propheten, Friede und Segen auf ihn, statt, vorher galt ausschließlich das Wort des Propheten, Friede und Segen auf ihn. Es gibt 100% tige Übereinkünfte und auch Urteile ohne Meinungsverschiedenheiten. Dabei geht es z.B. um die Pflicht zum Gebet. Auch werden die Aussagen der Gelehrten analysiert. Scheich al- Islam Ibn Taymiyyah sagte: „Ein Igma lässt sich dadurch feststellen, dass die Salaf sich über etwas einig waren.“

- Ein Qadi muss fähig sein zum Analogieschluss ( arab. Qiyas).

Qiyas bedeutet angleichen und schätzen. Es werden Gründe miteinander verglichen, um etwas zu erlauben, zu verbieten oder zu empfehlen. Um zu einem Entschluss zu kommen, muss darauf geachtet werden, worauf sich das Urteil bezieht und welche Ursache es hat.

 

 

Ein Qadi hat die Aufgabe

- Sich der Lösung von Rechtsstreitigkeiten anzunehmen. Entweder damit sich vertragen wird oder ein Urteil gefällt wird, um dem Problem ein Ende zu setzen.

- Er ist dafür da Geldstreitigkeiten zu schlichten bei Schulden z.B.

- Er kann als Vormund eingesetzte werden bei Menschen  mit geistiger Behinderung oder wenn die Person minderjährig ist.

- Er kann ein Beschützer einer Stiftung sein, damit sicher gestellt  ist, dass die Gelder so verwendet werden, wie es der Zweck vorsieht.

- Er kann als Testamentsverwalter eingesetzt werden

- Er kann Witwen verheiraten, die keinen Vormund (Wali) mehr haben

- Er kann sich um die Belange seines Distrikt kümmern. Das bedeutet, er kümmert sich darum, wenn es laut ist oder wenn es Übergriffe gibt auf Menschen. Selbst wenn er der Einzige ist, der sich aufregt.

- Er darf die Eignung seiner Zeugen prüfen, seiner Sekretäre und deren Stellvertreter                         

- Er ist verpflichtet, jeden Menschen gleich zu behandeln. Egal ob der Mensch reich ist oder arm oder ob er politisch wichtig ist oder nicht.