"Und Allah leitet, wen er will, auf einen geraden Weg" (Quran 2: 213)

"Wahrlich, dieser Quran leitet zum wirklich Richtigen".  (Quran 17:9)

 
 

Der Gottesdienst im Islam

V Die Pilgerfahrt 

 

„Vollzieht die Pilgerfahrt (Hadsch) und die Besuchsfahrt (Umra) für Allah.“

(Quran 2:196)

 

Das Wort Hadsch bedeutet Pilgerfahrt. Auf Arabisch heißt es „ziehen, beabsichtigen“. Der Muslim reist dazu nach Mekka,um rituelle Handlungen zu einer bestimmten Zeit zu vollziehen.

 

„Das erste (Gottes)haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist wahrlich das jenige in Bakka , als ein gesegnetes (Haus) und eine Rechtleitung für die Weltenbewohner. Darin liegen klare Zeichen. (Es ist) der Standort Ibrahims. Und wer es betritt, ist sicher. Und Allah steht es den Menschen gegenüber zu, dass sie die Pilgerfahrt zum Hause unternehmen - (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit haben. Wer aber ungläubig ist,so ist Allah der Weltenbewohner  unbedürftig.“

(Quran 3: 96-97)

 

Jeder Muslim (Muslima) ist dazu mindestens einmal im Leben verpflichtet, wenn er finanziell und gesundheitlich dazu in der Lage ist. Sobald die Voraussetzungen dazu erfüllt sind,soll sie vollzogen werden.  

 

„Wer die Hadsch- Pilgerfahrt vollzogen hat, ohne dabei zu freveln oder zu sündigen, kommt sündenfrei zurück, wie am Tage als seine Mutter ihn geboren hat.“ (Buchary)

 

„Die aufrichtig vollzogene Hadsch- Pilgerfahrt hat keinen anderen Lohn als das Paradies.“ (Buchary, Muslim)

 

Jeder, der die Verpflichtung zur Hadsch- Pilgerfahrt leugnet, kann nicht zu den Muslimen gezählt werden. Es ist erlaubt einen Vertreter für sich zu nehmen, sollte man selber dazu nicht mehr in der Lage sein. Der Vertreter sollte die Reise für sich schon mal gemacht haben. Das gilt für Verstorbene, Alte und Kranke.


 

Voraussetzungen für die Hadsch

- man muss Muslim sein

- geschlechtsreif

- zurechnungsfähig (geistig gesund)

- man braucht ein sicheres Transportmittel für die Reise. Die Reise darf nur aus ehrlicher Quelle versorgt sein ( Ersparnisse, Leihgeld ohne Zinsen)

 

Frauen

- dürfen nach der Scheidung nur nach der Wartezeit die Pilgerfahrt antreten

- sie dürfen nur mit einem männlichen Begleiter ( Mahram) reisen, den sie nicht heiraten dürfen

  (Bruder, Sohn, Vater)

- eine Frau darf in einer vertrauenswürdigen Frauengruppe auch ohne Mahram reisen. Sie hat dann

  die Pilgerfahrt erfüllt, nur nicht so wie Allah es gewollt hätte.

- da die Hadsch für die Frau eine religiöse Pflicht ist, bedarf sie nicht der Erlaubnis des Ehemanns

 

Die Hadschmonate sind:

- Schawaal - der zehnte Monat im islamischen Mondkalener (Beginn erster Tag)

- Dhul- qa`dah - der elfte Monat im islamischen Mondkalender

- Dhul- Hidscha - der zwölfte Monat im islamischen Mondkalender (Ende zehnter Tag)

 

Hadschvorbereitung

- man fasst die Absicht zur Hadsch

- tilgt alle Schulden vor der Hadschzeit

- gibt geliehenes den Eigentümern zurück

- schreibt sein Testament

- verabschiedet sich im Guten von seinen Eltern

- wendet sich von Sünden ab und bereut aufrichtig

- die Reise- und Unterhaltskosten  müssen auf erlaubte Weise beschaffen worden sein

- man wählt eine erfahrene Hadschgruppe aus, um die Riten ordnungsgemäß und zeitgerecht durchführen zu können

- man lernt die Hadschriten

Man spricht Bittgebete beim Verlassen der Wohnung und des Hauses und beim betreten seines Reisegefährts.

 

Die Haramzone (verbotene Zone) beginnt je nach Anreiseort an einem bestimmten Ort rund um Mekka. Für die Pilger in Mekka liegt sie bereits in ihrer Wohnung, von Jordanien ausliegt sie in Al- Dschuh-fah (157km nördlich von Mekka). Von da aus muss die Absicht zur Pilgerfahrt laut ausgesprochen werden. Je nach dem welche Hadsch man vollziehen will.

Tritt man in die Haramzone als Pilger ein, ohne die Absicht dazu gefasst zu haben, muss man eine Kafaraah leisten. Das bedeutet, dass man ein Opfertier schlachtet, damit die Pilgerfahrtgültig bleibt.

Die Haramzone darf man erst überschreiten, wenn man in den Ihram- Zustand eingetreten ist. Man bereitet sich also vor, die ab dann verbotenen Handlungen vorsorglich zu erledigen.

Es ist Sunna das man sich die Nägel schneidet, den Schnurrbart kürzt, die Scham- und Achselhaare rasiert, die Ganzkörperwaschung und die Gebetswaschung vollzieht ,sich parfümiert ( Kleidung  und Körper). Danach betet man zwei Ra`ka.

Männer ziehen sich zwei weiße, undurchsichtige Tücher an. Eins um den Unterleib, das andere um die Schulter geworfen, dazu Sandalen oder ähnliches. Frauen ziehen normale, islamische Kleidung an.

Sobald man im Ihram ist rezitiert man so oft wie möglich die Talbiyah.

„Lab-baikal-laahum-ma lab-baik, lab-baika laa schariika laka lab-baik, In-mal-hamda wan-ni mata laka wa-mulk laa scharika lak“

Ich befolge (Deinen Ruf), Allah! Ich befolge (ihn); ich befolge (Deinen Ruf), der keinen Partner hat, ich befolge (Deinen Ruf). AllerLobpreis und alle Wohltaten gehören Dir, sowie die Macht. Du hast keinen Partner! (Buchary, Muslim)

Männer rezitieren sie leise, Frauen unhörbar.

Für menstruierende Frauen und Wöchnerinnen gilt die gleiche Regel

 

Ab jetzt ist es erlaubt

- sich ohne Parfüm zu waschen

- die Haare zu kämmen

- Zahnpflege mit Zahnbürste und Miswak

- tragen genähter Kleidung für Frauen

- Gesichtsbedeckung ( nur bei Sandsturm, extremer Kälte)

- wechseln der Ihram- Kleidung

- tragen von Geldbeuteln, Regen und Sonnenschrim

- Blutentnahme, Zahnbehandlung, ärztliche Behandlung

- das Töten gefährlicher Tiere (Schlange, Skorpion)

- man darf Meerestiere fangen (angeln)

 

Ab jetzt ist es verboten

- sich zu streiten, drängeln

- Männer dürfen keine genähte Kleidung tragen

- Kleidung zu parfümieren

- das Tragen einer Kopfbedeckung (ohne Gesichtsbedeckung)

(bei Missachtung muss eine Fidyah geleistet werden (Opfertier)

- Tragen von Schuhen, die über die Knöchel reichen

- das Tragen von Gesichtsschleier, Handschuhen

- Bei verstorbenen Hadsch- Wallfahrern

1. den Leichnam zu parfümieren

2. das Bedecken des Kopfes bei Männern

- Nägel schneiden

- das Jagen von Wild

(Der Fang von Meerestieren und Verzehr von Wild, das von Personen erlegt wurde, die sich nicht im Ihram befinden, sind erlaubt)

Verbotene Handlungen zum anderen Geschlecht

- Verlobung oder Heirat (für andere oder sich selbst)

- Geschlechtsverkehr oder andere Intimitäten

 

Kaffarah (Wiedergutmachung) bei Übertretung vom Verbot des Geschlechtsverkehr

(bezieht sich auf Mann und Frau)

- sollte es vor Arafa passieren, ist die Hadsch ungültig. Sie muss aber zu ende geführt werden

- man opfert ein Kamel

- (Wiederholung der Hadsch im darauf folgenden Jahr- egal ob Pflichthadsch oder freiwillige Hadsch)

 

Kaffarah (Wiedergutmachung) für Übertretung des Jagdverbotes

- Opfern eines Tieres oder

- Speisung von Bedürftigen im Schätzwert des getöteten Tieres

- fasten (die Tage zählen wie die Anzahl der zu speisenden Personen)

Die erste Kaffarah vergibt ihre Massgeblichkeit, sollte sie nicht möglich sein. Man geht dann über zur nächsten Wiedergutmachung, um auch wirklich in der Lage dazu zu sein.

Beim versehentlichen Töten gilt die gleiche Kaffarah.

 

Bei Übertretung anderer Verbote opfert man ein Schaf, fastet die Tage oder speist Bedürftige mit drei saa`(ca 6,5kg) Datteln oder dem Gegenwert an Lebensmitteln in Bargeld.

Sollte die Übertretung aus Versehen passieren, muss man keine Kaffarah leisten.

 

Der Tag von Arafa (Yaum almadschud- Der bezeugte Tag)

- Ist der wichtigste Pflichtteil (Rukn) der Hadsch

Man soll sich dort ab dem Morgengrauen des 9ten Dhul Hidschra bis kurz vor dem Sonnenuntergang aufhalten. Es wird die Ganzkörperwaschung ausgeführt und man soll den ganzenTag im Zustand der rituellen Reinheit sein. Man betet zu Gott und bittet ihn um Verzeihung, redet nicht sinnlos daher, blickt stets in Richtung Mekka, betet das Mittags- und Nachmittagsgebet verkürzt zusammen. MenstruierendeFrauen und Wöchnerinnen halten sich auch an diesem Ort auf. Nach dem Sonnenuntergang am 9. Dhul Hidschra reist man zu Fuß nach Muzdalifah, spricht unterwegs die Talbiyah und macht Bittgebete.

 

Die Kaabaumschreitung (Al Tawaaf)

Tawaaful- ifaada

- Ist ein Pflichtteil (Ruk`n) nach dem Aufenthalt in Arafa

(10ter Dhul Hidschah bis 13ter Dhul Hidschah)

- Frauen machen diesen Tawaaf direkt am 10ten Dhul- Hidschah, sollte sie befürchten ihre Tage zu bekommen. Für menstruirende Frauen und Wöchnerinnen ist es verboten,muss aber nach geholt werden, da sonst die Pilgerfahrt ungültig ist.

- Männer gehen die ersten drei Runden im Laufschritt, die restlichen vier im normalen Gang.

 

Tawaaful- wadan (Abschiedstawaaf)

- Das ist der Abschiedstawaf und wird kurz vor der Abreise aus Mekka vollzogen. Man läuft sieben Mal im normalen Schritt, menstruierende Frauen und Wöchnerinnen sind davon befreit.

 

Tawaaful- qaduum (Tawaaf des Eintreffen)

- Das ist die Umrundung beim Eintreffen in der Moschee Masjidul haraam

- Man läuft im normalen Schritt

In Hadschul- tamattu und Umra- Pilgerfahrt nennt man sie Tawaaful- umra.

- Es ist für Männer Sunna, die ersten drei Runden im Laufschritt durchzuführen, den Rest geht man im normalen Schritt. Frauen laufen nur im normalen Schritt.


 

Tawaafut- tatauwu` (freiwilliger Tawaaf)

- Vollzieht man bei jedem Besuch der Masjidul- haraam

- Man läuft siebenmal im normalen Schritt

- Während der Hadsch vollzieht man den Tawaaf so oft wie möglich

 

Voraussetzungen für den Tawaaf

- Rituelle Reinheit

- Frauen und Männer in dschanabaah (große Unreinheit), menstruierende Frauen und Wöchnerinnen dürfen den Tawaaf nicht durchführen. Er wird nachgeholt, sobald die rituelle Reinheit wieder hergestellt ist.

- Bedeckung der Aura

 

Pflichthandlungen des Tawaaf

- Man läuft innerhalb des vorgeschriebenen Tawaafgebiets (ohne Hidschul- Ismael- Mauer Ismael= halbrunde Mauer an der Seite der Kaaba. Dieser Teil gehört der Kaaba selbst.

- Die Zeit muss eingehalten werden

- Man umrundet die Kaaba siebenmal, am schwarzen Stein beginnend und endend

- Man läuft gegen den Uhrzeigersinn (im normalen Schritt-  es sei denn es ist anders vorgechrieben (Sunna))

- Alte, Kranke und Gehbehinderte dürfen getragen werden oder Hilfsmiitel benutzen

  (z.B. Einen Rollstuhl)

- Verrichten des Gebets im Anschluß ( 2 Raka- 1 Raka Sura al kafirun, 2 Raka Sura Al Ichlas)

 

Sunnahandlung des Tawaaf

- Für Männer

Entblößen der rechten Schulter, die linke bleibt bedeckt

- Berühren und Küssen des schwarzen Steins

Sollte man es nicht schaffen, zeigt man in seine Richtung und sagt:

„Bismil-laahi wal- laahu akbaru wa lil- laahil- hamd, al- laahum- ma limaanam bika, wa tasdiqaan wa wafaa-an bi-ah-dika, wat- tibaa`an lisun- nati nabiyyaka muham- madin, sal-lal-laahuàlaihi wa sal-lam.“

„Mit dem Namen Allahs, Allah ist größer und alles Lob gebührt Allah! (ich tue das,) weil ich den Imaan an Dich verinnerlicht habe, die Wahrhaftigkeit Deines Buches(des Quran) bestätige und mich an Dein Versprechen und die Sunna Deines Gesandten Muhammad, Friede und Segen auf ihn, halte.“

- Berühren der jemenitischen Ecke

Dort sagt man:

„Rab-bana aatina fid-dunya hasanatan, wa fil achirati hasanatan, wa qina alhaaban-naar.“

„Allah gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes, und schütze uns vor dem Höllenfeuer.“

(Buchary, Muslim) 

- Man leistet freiwillige Gebete, fleht Allah um Verzeihung und gedenkt Allah.

„Subhaanal-laahi wal- hamdu lil- laahi wala ilaaha il- lal-laahu wal-laahu akbaru wala haula wa la quwwata il-la bil-laah.“

„Lob sei Allah, Dank sei Allah. Es gibt keinen Gott außer Allah. Allah ist größer. Es gibt weder Kraft noch Macht außer bei Allah.“

-Man macht den Tawaaf in einem Stück ohne Unterbrechung

(Außer zur Teilnahme des Gemeinschaftsgebets ist es erlaubt zu unterbrechen)

(Der Tawaaf hat drei Ebenen mit Behindertenpfad)

 

Safa und Marwa

- Der Sa`i ist ein Plichtteil der Hadsch

- Es ist der Lauf zwischen den Hügeln As- Safa und Al- Marwa. Sie liegen unmittelbar in der Nähe der Kaaba und sind der Masjid al Haram integriert. Die Strecke ist 420m lang.

- Man läuft dort unmittelbar nach dem Tawaaf siebenmal von As- Safa nach Al- Marwa hin und her. Fängt man von Al- Marwa an, muss man ein Opfertier schlachten (Kafaara)

- Die rituelle Reinheit ist erwünscht, aber keine Pflicht. Daher können menstruierende Frauen und Wöchnerinnen den Lauf auch vollziehen.

 

Die Sunnahandlungen des Sa`i

- Auf dem Berg As- Safa  spricht man in Richtung Kaaba

„La ilaaha il-lal-laahu wah-dahu la scharika la, lahul- mulku wa lahul- hamdu wa huwa `ala kul-li schai-in qadir. La ilaaha il- lal- laahu wah- dahu andschaza wa nasara `abduhuwa hazamal-ah-zaba wah-dah.“

„Es gibt keinen Gott außer Allah. ER ist einzig und hat keinen Partner. IHM gehört die Herrschaft und das Lob und Erist über alles allmächtig. Es gibt keinen Gott außer Allah. ER ist einzig. ER hat SEIN versprechen gehalten und SEINEN Diener zum Sieg verholfen und die Alliierten alleine besiegt.“ (Buchary, Muslim)

- Man läuft im normales Schritt (Frauen)

(Im grünen Streifen- der ehemaligen Senke, beschleunigen die Männer etwas. Auf dem Rück- und Hinweg) Alte, Kranke und behinderte dürfen Hilfsmittel benutzen (Rollstuhl)

- Der Sa`i findet gleich nach dem Tawaaf statt

- Der Sa`i findet in einem Stück statt und wird nur durch das Gemeinschaftsgebet unterbrochen

- Man spricht Bittgebete, gedenkt Gott und rezitiert den Quran

(Heute hat der Sa`i vier Ebenen mit Behindertenpfad)

 

Das Kürzen bzw. Rasieren der Kopfhaare

- Ist ein Pflichtteil (Ruk`n) der Hadsch


 

„Bereits bewahrheitete Allah  Seinem Gesandten das Traumgesicht wahrheitsgemäß. Ihr werdet, so Allah will, bestimmt dieMoschee und die Kaaba in Sicherheit mit rasierten Häuptern oder mit kurzgeschnittenen (Haaren) betreten. Ihr werdet euch nicht fürchten. So wusst Er, was ihr nicht wisst, dann machte Er nach diesem einen nahen Sieg.“(Quran 48:27)


 

- Männer rasieren ihren Kopf komplett, sollte er bereits eine Glatze haben, rasieren sie den Kopf symbolisch

- Frauen lassen sich die Haare kürzen, rasieren ist verboten

- Bei Hadschul- ifraad bzw. Hadschul- qiraan macht man das nach dem Bewerfen von Dschamratul- aqabah und nach dem Schlachten

- Bei Hadschul-tamattu und Umra macht man das nach dem Sa`i ( 10,11,12 und 13. Dhul Hidschah)

-Man rasiert zuerst die rechte Kopfhälfte, dann die linke, sitzt mit dem Gesicht in Richtung Mekka, sagt Allahu Akbar (Takbir). Im Anschluss betet man 2 Ra`ka , kürzt denSchnurrbart und die Nägel.

 

Der Aufenthalt in Muzdalifah

- Ist eine waadschib- Handlung ( nicht zu verleugnende Pflicht)

- Muzdalifah ist ein Gebiet zwischen Arafa und Mina auf dem Weg in Richtung Mekka. „Almarsch`arul haraam“ ist ein Tal von Muzdalifah in Richtung Mina.

- Es ist Sunna dort zu übernachten. Wer dazu nicht in der Lage ist, ist davon befreit und muss keine Kafaraah leisten

- Es ist Sunna Arafa nach Sonnenuntergang am 9ten Dhul - Hidschah zu verlassen. Man geht dabei gemütlichen Gangs.

„Ihr Menschen! Geht in Ruhe ( nach Muzdalifah), denn Frömmigkeit zeichnet sich gewiss nicht durch Schnelligkeit.“ (Buchary, Muslim)

- Man bleibt dort bis zum Morgengrauen des 10 Dhul- Hidschah

- Es ist Sunna das Abend- und Nachtgebet verkürzt zusammen zu beten. Das Frügebet betet man rechtzeitig zu Beginn. Zwischen dem Frühgebet und dem Aufbruch nach Minain „Almarsch`arul haraam“ leistet man stehend Bittgebete und gedenkt Allah.

- Das Ende des Aufenthalt in Muzdalifah beginnt mit dem Sonnenaufgang des 10. Dhul- Hidschah.

- Das Tal Muhassir  wird im Laufschritt zurück gelegt. Es liegt zwischen Muzdalifah und Mina. Hier wurde König Abraha Al Habaschy (der Ätiopier) mit seinem Elefantenheer durch Lehmklumpen werfende Vögel vernichtet (Quran 105:1-5) als er die Kaaba zerstören wollte.

- Mensturierende Frauen und Wöchnerinnen erfüllen die Pflicht des Aufenthalts in Muzdalifah.

 

 

Das Bewerfen (Ramyi) der Dschamaraat ( Kleine Steinchen- Mauern)

- Ist eine wabschib- Handlung (nicht zu verleugnende Pflicht)

- Es symbolisiert die Steinigung des Satans und wird zum Gednken des Propheten Ibrahim praktiziert. Der Prophet Muhammad, Friede undSegen auf ihn, sagte: „Als Ibrahim dabei war, die Hadsch (Riten) zu vollziehen, erschien ihm der Satan bei Dschamaratul- aqabah. Dann bewarf Ibrahim ihn mit sieben Steinchen, bis er in der Erde verschwand. Dann erschienbei ihm der zweite Dschamarat, so bewarf er ihn mit sieben Steinchen, bis er in der Erde verschwand. Dann erschien er ihm bei der dritten Dschamarat, so bewarf er ihn mit sieben Steinchen, bis er in der Erde verschwand.“(Al- baihaqi)

 (- Der erste Dschamaraat - Al dschamaraat aqabah) liegt am Ortsrand von Mina

- Der mittlere Dschamaraat- Al dschamarrat wusta ist 116 m vom großen Dschamaraat entfernt

- Der kleine Dschamaraat- Al dschamarrat sughra ist 154 m entfernt von dem mittleren Dschamaraat)

 

Pflichthandlungen des Bewerfens Ramyi)

- Die Absicht fassen

- Man wirft nur mit Steinchen und eines nach dem anderen

- Am 10 Dhul- Hidschah bewirft man nur die große Mauer ( ohne Verweilen und Bittgebete)

- Am 11,12, und 13 Dhul- Hidqschah bewirft man zuerst die kleine, dann die mittlere und zuletzt die große Dschamaraat- Mauer

 

Sunnahandlung des Bewerfens (Ramyi)

- Man hält einen Abstand von drei Metern

- Man steht in Richtung Kaaba (außer am 10. Dhul- Hidschah bei der großen Mauer)

- Man verweilt kurz und rezitiert ein Bittgebet

- Die Steinchen sollen etwas Haselnussgröße haben. Sie werden von unterwegs in Muzdalifah oder auch in Mina gesammelt

- Sollte man den Ramyi nicht durchführen können, darf man einen Vertreter wählen. Dieser darf nach seiner Pflicht, die des anderen mit erfüllen. Sollte man garnicht dazu kommen, opfert man ein Opfertier.

Menstruierende und Wöchnerinnen erfüllen die Pflicht des „Bewerfens der Dschamaraat- Mauern“.

 

 

Die Übernachtung in Mina ( al- mabiit fi mina)

- Die Übernachtung in Mina am 11,12 und 13 ( bzw. 11 und 12) Dhul- Hidschah ist eine wadschib- Handlung (nicht zu verleugnende Pflicht)Man nennt sie Taschriiq- Tage (“ Tage des Fleischtrocknens“), weil das Fleisch zur Konservierung in die Sonne gelegt wurde.

- Man übernachtet drei Nächte dort. Sollte man bereits am 12. abreisen, fasst man die Absicht dazu und führt den Ramyi durch.

- Menstruierende und Wöchnerinnen erfüllen die Pflicht der “ Übernachtung in Mina“.

Die Aufgabe ist erfüllt wenn man bis zur Hälfte der Nacht ( Zwischen Sonnenuntergang- und Aufgang) dort gewesen ist.

 

Die Opfertiere ( Hadyi)

- Das Schlachten soll zu Allahs Wohlgefallen sein

- Ist eine wadschib- Handlung ( nicht zu verleugnende Pflicht) bei Hadschul- tamattu und Hadschul- qiraan

- Man opfert als Vergeltung der Verletzung der Hadschriten, wenn sie wadschib sind

- Man opfert bei Übertretung des Ihram- Verbots

- Ist eine Sollhandlung (mustahab) bei Hadschul- ifraat und der Umra- Pilgerfahrt

 

Und die Opferkamele haben Wir euch zu Kultzeichen Allahs gemacht. An ihnen habt ihr (etwas) Gutes. So sprecht den Namen Allahs über sie aus, wenn sie mit gebundenen Beinen dastehen. Wenn sienun auf die Seite umgefallen sind, dann esst davon und gebt dem bescheidenen und dem fordernden (Armen) zu essen. So haben Wir sie euch dienstbar gemacht, auf dass ihr dankbar sein möget. Weder ihr Fleisch noch ihr Blutwerden Allah erreichen, aber Ihn erreicht die Gottesfurcht von euch. So hat Er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah als den Größten preist, dass Er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde frohe Botschaftden Gutes Tuenden. (Quran22:36-37)

 

- Es sind Kamele, Rinder, Ziegen und Schafe beiderlei Geschlechts

(Kamele 5 Jahre, Rind 2 Jahre, Ziege 1 Jahr, Schafe 6 Monate alt)

Hadys müssen gesund sein und dürfen nicht behindert sein

- Pro Person gilt ein Schaf/ Ziege oder 1/7 Kamel oder !/7 Rind

- Man schlachtet vom 10 bis 13. Dhul Hidschah

- Es wird in der Nähe der Al haram Moschee geschlachtet

 

"An ihnen habt ihr (allerlei) Nutzen auf eine festgesetzte Frist, hierauf liegt ihr Zielort1 beim alt(ehrwürdig)enHaus." (Quran 22:33)

 

- Die Hadschpilger schlachten den Hadyi in Mina, die Umra- Pilger schlachten des Hadyi in Al- Marwah

 

Ud- Hiyah (Opferung von Personen, die keine Hadschpilger sind)

- ist eine beliebte Sunnahandlung für alle Daheimgebliebenen , die finanziell dazu in der Lage sind.

 

 Der Prophet Muhammad, Friede und Segen auf ihn, sagte: „Wer dazu in der Lage ist und dennoch keine Ud- Hiyah schlachtet, derdarf nicht in die Nähe der Moschee kommen.“ (Abu dawuud)

 

- man fasst die Absicht dazu in der vorgeschriebenen Zeit (nach dem Id- Gebet bis zum 4. Feiertag, kurz vor Sonnenuntergang)

- man spendet einen Teil des Rohfleisches von Kamel, Ziege, Rind oder Schaf

- der Schlachter bekommt keine Entschädigung für seine Arbeit

 

Verwendung des Fleisches

- bei freiwilligen Schlachten darf das Fleich selbst gegessen und verschenkt werden ( Hadschul- qiraan und Hadschul- tamattu, bei Kafaraa und Einlösung eines Gelüpptes)

- man darf mit dem Schlachten eine Firma beauftragen, bezahlt dann lediglich das Tier dabei

 

Das Trinken von Zamzam

- wird nach jedem Tawaaf ( 7 malige Kaabaumrundung) und jedem rituellen Gebet als Sunnahandlung gemacht.

Der Prophet Muhammad, Friede und Segen auf ihn, sagte: „Das Wasser von Zamzam nutzt entsprechend der Absicht,die dabei gefasst wurde.“ (At- tirmidi)

- man trinkt in Richtung Qibla ( Gebetsrichtung / Kaaba) in drei Schlücken und sagt: „Allhamdul-lil-lah“. Ibn Abaas sagte: „Allah! Ich bitte Dich um nützlichesWissen, um große Gaben und um Heilung von jeder Krankheit.“

 

Die Hadschpredigten

- nach dem Mittagsgebt am 7. Dhul- Hidschah in der Masjid al Haram

- vor dem Mittagsgebet am 9. Dhul- Hidschah in der Namirah- Moschee in Arafa

- nach dem Mittagsgebet am 10 Dhul- Hidschah

- nach dem Mittagsgebet in Mina am 12. Dhul- Hidschah

Es ist eine Sunna bzw. Sollhandlung diesen Predigten konzentriert zuzuhören.

 

Übernachtung in Mina vor dem Aufenthalt in Arafa

- ist eine Sunnahandlung

- man verlässt Mekka am 8. Dhul- Hidschah in Richtung Mina und betet das Mittags,- Nachmittags,- und Abend,- und Nachtgebet dort. Nach dem Frühgebet verlässt manMina am 9. Dhul- Hidscha in Richtung Arafa, spricht den Talbiya und Bittgebete.

 

Das Verweilen in „Al- bat- haa“ bzw. „Al- muhassab)

- ist eine Sunnahandlung zum Gedenken an den Boykott der Quraisch gegen die Muslime im Jahr 616 - 619 n. Chr.

Menstruierende Frauen und Wöchnerinnen erfüllen diese vier Pflichten

 

Aufhebung des Ihram bzw. Hadschverbote (at- tahallul)

Der erste Tahallul wird nach

- dem Bewerfen der Dschamarah- Mauer

- schlachten der Opfertiere bei Hadschut- tamattu und Hadschud - qiraan

- kürzen bzw. Rasieren der Kopfhaare

- Tawaful- ifaada ( Tawaaf nach Arafa) und dem Sa`i ( Lauf zwischen Al Safa und Al- Marwa)

Beginn: entweder mit dem Anbruch des Morgenlichts oder ab Mitternacht des 10. Dhul- Hidschah.

Verboten ist nur noch der Geschlechtsverkehr

Der zweite Tahallul

- Sobald man alle vier Handlungen vervollständigt hat, wird auch das Verbot des Geschlechtsverkehrs aufgehoben.


 

Die Hadscharten

I Hadschul- ifraat

-  man geht in den Ihram mit der Absicht zur Hadschul- ifraat und sagt:„Lab- baika bi hadsch“-

 “Allah, ich befolge Deinen Ruf mit dem Vollzug einer Hadschpilgerfahrt.“

- Der Begrüßungstawaaf ( Tawaaful- qudamm) aber ohne Sa`i

- 8. Dhul Hidschah Übernachtung in Mina und alle anderen Hadschriten

- nach dem zweiten Tahallul kann man Mekka verlassen, tritt wieder in den Ihram und macht eine Umrah

( Das Schlachten ist nicht vorgeschrieben, sondern dient nur als Kafaara)

 

II Hadschut- tamattu

- ist eine Hadsch und Umra- Pilgerfahrt

Zuerst macht man die Umrah und dann die Hadsch

- man fässt die Absicht zu Umra und sagt: “ lab- baika- bi umra“

„Allah! Ich befolge Deinen Ruf mit dem Vollzug der Umra“

Dann vollzieht man die Handlungen dr UMrah und endet mit der Kopfrasur

- für die Durchführung der Hadsch tritt man erneut in den Ihram fast mit Absicht mit „lab- baika- hadsch“ - Allah! Ich befolge Deinen Ruf mit dem Vollzug der Hadsch-Pilgerfahrt.

- man vollzieht ab dem 8. Dhul- Hidschah die Hadschriten

- man schlachtet ein Opfertier. Sollte dies nicht möglich sein, leistet man stattdessen eine Kafaara. Man fastet dazu zehn Tage (3 Tage während der Hadsch und sieben Tagenach der Rückkehr.

 

Vollzieht die Pilgerfahrt und die Besuchsfahrt für Allah. Wenn ihr jedoch (daran) gehindert werdet, dann (bringt) an Opfertieren (dar), was euch leichtfällt.Und schert euch nicht die Köpfe, bevor die Opfertiere ihren Schlachtort erreicht haben! Wer von euch krank ist oder ein Leiden an seinem Kopf hat, der soll Ersatz leisten mit Fasten, Almosen oder Opferung eines Schlachttieres.- Wenn ihr aber in Sicherheit seid, dann soll derjenige, der die Besuchsfahrt mit der Pilgerfahrt durchführen möchte, an Opfertieren (darbringen), was ihm leichtfällt. Wer jedoch nicht(s) finden kann, der solldrei Tage während der Pilgerfahrt fasten und sieben, wenn ihr zurückgekehrt seid; das sind im ganzen zehn. Dies (gilt nur) für den, dessen Angehörige nicht in der geschützten Gebetsstätte wohnhaftsind. Und fürchtet Allah und wißt, daß Allah streng im Bestrafen ist!

(Quran 2: 196)

 

Die Hadsch ist nach dem Abschiedstawaaf ( tawaaful- wadaa`) abgeschlossen.

 

III Hadschul qiraan

- die Hadsch und Umra wird gleichzeitig vollzogen

- man tritt in den Ihram ein und fasst die Absicht mit den Worten „la- baika bi hadsch wa umra“

„Allah! Ich befolge Deinen Rif mit dem Vollzug der Hadsch und der Umra- Pilgerfahrt.“

- man vollzieht den Begrüßungstawaaf ( tawaaful qudumm) und den Sa´i ( Lauf zwischen Al Safa und Al Marwa.

- bis zum Beginn der Hadsch bleibt man im Ihram

- ab dem 8. Dhul- Hidschah vollzieht man die Pilgerriten

- man schlachtet ein Opfertier oder fastet mindestens 10 Tage ( Quran 2:196)

Nach dem Abschlusstawaaf sind die Umra- und Hadschriten abgeschlossen.


 

Die wichtigsten Hadschriten

- Al Ihram- der Weihezustand

- Tawaaf des Eintreffens, Tawaaf des Eintreffens ( tawaaful qudumm)

- As Saì ( der Lauf zwischen Al Safa und Al Marwa

- Aufenthalt in Arafa

- Aufenthalt in Muzdalifah

- Kopfhaare kürzen bzw. Rasieren

- Bewerfen der Dschamaraat- Mauern

- Tawaaful- ifadaah ( Tawaaf des Verlassens von Arafa)

- Al Hadyi - die Opferung

- Übernachtung in Mina

- Tawaaful - wadaa ( Abschiedstawaaf)

 

Die wichtigsten Umrariten

- Al Ihram

- Tawaaful- umrah

- As Sa`i ( der lauf zwichen Al Safa und Al Marwa)

- Kopfhaare kürzen bzw. Rasieren

Die Umra ist Sunna- muakkadah und kann zu jeder Jahreszeit vollzogen werden ( außer zur Hadschzeit 9.-13. Dhul-Hidschah). Hadschpilger, die nur bis zum 12. Dhul- Hidsch bleiben,dürfen am 13. die Umrah vollziehen.

 

„Die Umra- Pilgerfahrt ist eine Sühne (für die Vergehen in der Zeit) bis zur nächsten Umra- Pilgerfahrt.“ (Buchary, Muslim)

 

Annullierung der Hadsch

- nur bei der Missachtung des Verbots des Geschlechtsverkehrs

Vor dem ersten Tahallul ( Austreten aus dem Ihram)

Bei Hadschul- ifraat bzw. Qiraan oder

Vor dem Beenden der Umrah- Handlungen bzw. Hadschul- tamattu

Kafaara:       - Durchführung der Hadsch bis zum Ende

                      - Opfern eines Kamels

                      - Wiederholung der Hadsch im folgenden Jahr

                      (egal ob Pflichthadsch oder freiwillige Hadsch)

 

Versäumnis der Hadsch

- Wenn man den Aufenthalt in Arafa am Mittag des 9. Dhul Hidscha und dem Morgenlicht des 10. Dhul- Hidschah verpasst

= Sofortiges Beenden der Riten mit Tahallul. Die Hadsch wird dann als Umra gewertet

= Wiederholung der Hadsch im folgenden Jahr (nur bei Pflichthadsch) 

 

 

Verhinderung der Hadsch- bzw. Umra- Pilgerfahrt

- durch extreme Witterungsverhältnisse

- Gefahr für Leib und Leben durch Feinde bzw. durch Krankheit

Im Jahr 628 n.Chr. (6.n.H) kam es zu dem Vertrag von Hudaibiya. Muhammad, Friede und Segen auf ihn, durfte die Umra in diesem Jahr nicht vollziehen. Er erhielt die Erlaubnis  im darauffolgenden Jahr für drei Tage in Mekka zu bleiben. Er führte die Umra zu ende, in dem er den Hadyi opferte und sich den Kopf kahl rasierte.

 

 Wenn ihr jedoch (daran) gehindert werdet, dann (bringt) an Opfertieren (dar), was euch leichtfällt. Und schert euch nicht die Köpfe, bevor die Opfertiere ihren Schlachtort erreicht haben!

(Quran 2:196)

 

- Wiederholung der Hadsch im folgenden Jahr (nur Pflichthadsch) 

 

Hadschkarte