"Und Allah leitet, wen er will, auf einen geraden Weg" (Quran 2: 213)

"Wahrlich, dieser Quran leitet zum wirklich Richtigen".  (Quran 17:9)

 
 

Der Gottesdienst im Islam

III Das Fasten 


 

„Ihr, die den Iman (Glauben) verinnerlicht habt! 

Das rituelle Fasten wurde euch geboten, wie es denjenigen vor euch geboten wurde, damit ihr euch ehrfürchtig erweist.“ (Quran 2:183) 

 

Fasten ( arab. Siyam) bedeutet die Enthaltsamkeit von Worten und Taten.

Man unterlässt ab der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang alles, was das Fasten (arab. Saum) unterbricht.

Im Monat Ramadan sind die Tore des Paradieses geöffnet, die Tore der Hölle sind geschlossen und die Satane gefesselt. Der Prophet Muhammad, Friede und Segen auf ihn, sagte: „Jede Handlung des Menschen ist für ihn bestimmt, außer die des rituellen Fasten, sie ist für mich bestimmt und ich belohne sie.“

(Buchary)

Man vermeidet den Frevel, redet leise, beschimpft niemanden und streitet nicht. Wenn man erzürnt wird, soll man den Streit mit den Worten: „Ich faste!“ ablehnen. Der Mundgeruch des Fastenden ist für Allah wie der Duft von Moschus. Ein Muslim, der die Fastenpflicht abstreitet, ist ein Ungläubiger (arab. Kafir).

Der Monat Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Um den Beginn des Monats zu bestätigen, soll eine Gruppestell vertretend für alle am 29. Schabaan den Neumond gesichtet haben, andernfalls am 30. Schabaan. Dieses darf nicht unterlassen werden.

Die Berechnung des Neumondes ist erst nach bestätigter Sichtung akzeptabel.

Der Monat Ramadan hat 29 Tage oder höchstens 30 Tage. Das Fasten ist definitiv nach 30 Tagen zu beenden.

Um dem Fasten verpflichtet zu sein:

 muss man Muslim sein

 zurechnungsfähig

 geschlechtsreif

 die Fähigkeit dazu haben

Kinder, alte Menschen und geistig behinderte Menschen brauchen nicht zu fasten. Stirbt man vorher, gilt es als Sünde und die nächsten Verwandten (Erben, arab. walih) müssen die Tage für den Verstorbenen nachholen.

 

Bevor man anfängt zu fasten, muss man die Absicht dazu gefasst haben. Das passiert meistens in der Nacht davor. „Die Taten werden ausschließlich nach der Absicht beurteilt, und jedem Menschen wird nur das Vergolten, was er beabsichtigt hat.“ (Buchary)

Das Fasten wird gebrochen durch

Essen, trinken, rauchen, absichtliches Erbrechen, Selbstbefriedigung (Onanie) oder durch geschlechtliche Erregung, Geschlechtsverkehr.

Medinkamente und Spritzen ohne Nährwert annullieren das Fasten nicht.

Sollte man aus Vergesslichkeit oder Versehen etwas der artiges tun, bleibt das Fasten gültig.

„Wer aus Vergesslichkeit, während des Fastens, isst oder trinkt, soll seinen Tag zu ende fasten. Denn Allah hat ihm zu essen und zu trinken gegeben.“

(Buchary)

 

Ausnahme

Für Reisende und Kranke, schwangere und stillende Mütter,  wenn Bedenken für die Gesundheit des Kindes bestehen, Wöchnerinnen und Menstruierende. Alte Menschen und chronisch Kranke, wenn das Fasten zu einer  lebensbedrohlichen Situation führt.

(das Fasten muss bis spätestens nächsten Ramadan nachgeholt werden, Alten Menschen ist es erlaubt nicht zu fasten, sie speisen dafür Bedürftige als Fidyah (Ersatzleistung) und brauchen die Tage nicht nachholen) 

 

Wenn etwas schief läuft,

z.B. zu spät fasten oder zu früh beenden

           Geschlechtsverkehr (das Fasten muss zu ende geführt werden)

dann muss man eine Wiedergutmachung (arab. kafaara)  leisten.

1. einen Sklaven befreien oder

2. zwei Monate aufeinander fasten oder

3. 60 Arme speisen (z.B. mit Datteln) oder

4. die Familie mit Datteln speisen

 

Erlaubt ist:

 Ein Vollbad nehmen

 Zähneputzen und spülen (versehentliches Schlucken von Wasser

   beeinträchtigt das Fasten nicht)

 Zärtlichkeiten mit dem Ehepartner (kontrolliert)

 einatmen von Staub und riechen von Parfüm

 Essen kosten (muss aber wieder ausgespien werden)

 Speichel schlucken

 Fastenbeginn im dschanabaah Zustand ( bis zum Frühgebet spätestens

   Ganzkörperwaschung und rituelle Reinigung)

 

Vor dem Fastenbeginn ist es üblich eine Suhur- Mahlzeit einzunehmen (vor Mitternacht und Morgenlicht). Sobald die Sonne untergegangen ist beendet man das Fasten. Üblicherweise macht man das mit einer ungeraden Zahl von Datteln oder einem Schluck Wasser.

Vor dem Fastenbrechen spricht man ein Bittgebet (arab. Du`a):

„Der Durst ist gestillt, die Adern sind durchflossen und die Belohnung ist sicher, so Allah es will.“

Vor der Mahlzeit spricht man folgendes Bittgebet (arab. Du`a):

„Allah gewähre uns Segen in dem, was Du uns gegeben hast, und bewahre uns vor dem Höllenfeuer.“ (Muslim)

Am Tage ließt man häufig den Quran, ist freundlich, hilfsbereit und großzügig.

Es ist verboten an den Id- Tagen zu fasten (Fest des Fastenbrechens und das Opferfest). Man sollte nicht am 30ten Schabaan (1 Tag vor Ramadanbeginn) fasten. Am Tag von Arafa ist das Fasten für den Pilger verboten. Frauen dürfen an freiwilligen Fastentagen nur mit der Zustimmung des Ehemannes fasten. Außerdem soll man nicht ständig freiwillig fasten.

 

Sunnafasten

 6 Tage im Schawaal (10ter Monat des islamischen Mondkalenders)

 Die ersten 9 Tage von Dhul- Hidscha (12ter Monat des islamischen 

   Mondkalenders)

 Am Tag von Arafa für Daheimgebliebene

 Fasten im Monat Muharram (erster Monat im islamischen Mondkalender)

 Das Fasten am Aschura (10ter Tag von Muharram)

( History:

1  Die Befreiung der Bani Israel aus Ägypten, Durchquerung des Meeres

2  Hiob wurde geheilt

3  Noah ist nach der Sintflut auf dem Berg Cudi gestrandet)

 

Traditionell wird an diesem Tag eine Süßspeise gekocht mit dem Namen Ashura. Es ist Sunna an diesem Tag zu fasten. Da die Juden diesen Tag auch fasten, fasten die Muslime zusätzlich einen Tag davor und einen Tag danach, um sich von ihnen zu unterscheiden. Vor der Verpflichtung zum Ramadanfasten, war Ashurafasten Pflicht. Danach wurde es eine freiwillige Sunna. 

 

 Fasten am Montag und Donnerstag

 Das Fasten an den weißen Tagen (Vollmond 13.14.15 Tag)

Das Sunnafasten ist ein freiwilliges Fasten und kann jederzeit unterbrochen werden. Der Tag sollte aber trotzdem nachgeholt werden.

 

Das Tarawiigebet

wird üblicherweise nach dem Nachtgebet in der Moschee verrichtet, es ist aber auch zu Hause möglich. Es hat eine ungerade Zahl von Ra`ka ( bis zu 19).

 

Im Monat Ramadan gibt es eine ganz besondere Nacht. Die lailul- qadr (Nacht der Allmacht oder der Bestimmung). In dieser Nacht wurde der Quran hinab gesandt. Sie ist in den letzten zehn Tagen, in einer der ungeraden Nächte. Man soll in der Gemeinschaft bis zum Morgengrauen beten, damit dem Muslim alle Sünden vergeben werden. Der Prophet Muhammad,Friede und Segen auf ihn, zog sich dazu in die Moschee zurück (Al Itikaaf). Er rezitierte viel den Quran, sprach gute Worte und leistete viele freiwillige Gebete. Er sprach Bittgebete und bat Allah um Verzeihung.

Im Jahr seines Todes blieb er zwanzig Tage im Itikaaf.